Interview: Der Veggie Specials Schulgarten

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Interview: Der Veggie Specials Schulgarten  - Interview: Der Veggie Specials Schulgarten

Matthias Beuger, Veggie-Specials-Gründer, hat sich einen Traum erfüllt und einen Schulgarten ins Leben gerufen. Wir haben mit ihm gesprochen.

Frage: Hallo Matthias, neben deiner Tätigkeit als Gründer und Inhaber von Veggie Specials hast du nun einen Schulgarten in Angriff genommen. Erzähl doch bitte einmal, wie das Gelände aussieht, welche Pflanzen dort stehen und wo es sich befindet. 

Matthias: Der Schulgarten ist ein Herzensprojekt, was mir schon lange in den Fingern juckt. In erster Linie natürlich, weil ich selbst gerne mehr oder weniger erfolgreich gärtnere, aber vor allen Dingen auch, weil ich der Meinung bin, dass jeder einmal sehen sollte, wie Gemüse angebaut wird. So schaffen wir ein Gefühl für die Arbeit, die dahintersteckt, und erreichen eine Wertschätzung für die Produkte. Auf dem ca. 2 Hektar großen Grundstück vor den Toren Kölns haben wir sowohl einige alte Obstsorten, als auch einen Großteil Bienenwiese und eben den ca. 1500 m2 großen Gemüsegarten. Gemeinsam mit der örtlichen Grundschule wollen wir hier lernen, erleben und verändern. 

  
Vorbereitung ist alles.
Die kleinen Zöglinge kurz bevor sie in die Welt entlassen werden.

Warum ein Schulgarten? Bist du Lehrer? 

In gewisser Weise sind wir ja alle Lehrer. Unser Wissen zu teilen und zu erweitern ist die Basis für eine funktionierende Ernährungswende. Den schulpädagogischen Teil überlassen wir dann aber doch den Profis und kümmern uns eher um die Pflanzen und um das dazugehörige Knowhow. Unterstützt werden wir hierbei auch durch den Kölner Ernährungsrat, der uns sowohl mit Pflanzen, als auch mit Wissen zur Seite steht. Politisch wird viel über die notwendige Ernährungswende diskutiert. Dazu gehört aber auch die Schaffung einer neuen Ernährungsumgebung insbesondere natürlich bei den InfluencerInnen der Zukunft. Lebensmittelproduktion zum Anfassen spielt aus unserer Sicht dabei eine zentrale Rolle. 


Veggie Specials veganer Bio-Onlineshop   Veggie Specials Arbeiten im Schulgarten
Matthias beim Setzen der Begrenzungspfähle für den Schulacker.

Wieso eine Bienenwiese? Warum sind Bienen notwendig, wenn ich, sagen wir, Tofu essen möchte? 

Wir haben uns entschieden, die Fläche ein wenig aufzuteilen. Mit der Bienenwiese wollen wir einen Beitrag zum Erhalt der Biodiversität leisten, indem wir Nahrung für heimische Insekten zur Verfügung stellen. Bienen spielen aber auch in unserem Garten eine zentrale Rolle, da sie für die Bestäubung der Pflanzen verantwortlich sind. Ob dies auch für die sich selbstbefruchtende Pflanze Soja gilt, die zur Tofuproduktion eingesetzt wird, wird noch erforscht. Erste Ergebnisse zeigen jedoch, dass sich die Erträge durch die Bestäubung der Biene erhöhen lassen.   

Biodiversität ist ja ein schwieriges Wort, wie kann man Eltern und Kindern kurz erklären, was das Wort bedeutet? 

Vielfältigkeit trifft es vielleicht ganz gut. Die Natur ist vielfältig, und wir wollen dazu beitragen, dass es auch so bleibt. Die vielen verschiedenen Tiere und Pflanzen funktionieren Hand in Hand in einem Kreislaufsystem aus dem der Mensch irgendwann ausgestiegen ist. Nur wenn wir es schaffen, wieder Teil dieses Kreislaufes zu werden, können wir die großen Umwelt- und Sozialfragen lösen. Die Stärke liegt hier eindeutig in der Vielfalt, die es mit allen Mitteln zu erhalten gilt.   

   
Kohlrabi, Zucchini, Feldsalat, Pflücksalat und Kartoffeln eignen sich für Einsteiger bestens.
Trotz allem ist es harte Arbeit, die Spaß macht.

So ein "natürlicher Garten" ist ein langfristiges Projekt, wie sichert ihr die Existenz über die nächsten Jahre hinaus? Soll der Garten überhaupt so lange bestehen? 

Unser Wunsch ist es, dass der Garten erhalten bleibt. Das hängt aber natürlich auch davon ab, ob die Kinder Spaß daran haben. Aber da machen wir uns eigentlich keine Sorgen. Wir sind heute bereits im Gespräch mit Ackerdemia und wollen im kommenden Jahr vielleicht kooperieren, um das Projekt noch langfristiger auszubauen. 

   
Die ersten Kopfsalate aus eigener Ernte.

Du setzt dich seit Jahren für mehr pflanzliche Ernährung ein und trägst durch deine Arbeit aktiv zu mehr Nachhaltigkeit bei - wo siehst du bei dir persönlich Schwächen oder Optimierungsbedarf? 

Überall. Ich fahre ab und an mit dem Auto und fliege auch schon mal mit dem Flugzeug in Urlaub, also jedenfalls vor Corona. Ich wasche meine Wäsche mit Waschmittel statt Waschnüssen und esse auch mal nicht bio, insbesondere wenn ich unterwegs bin. Ich dusche fast täglich und so ließe sich die Liste vermutlich noch lange fortsetzen. Im Kern geht es aber wie ich finde darum, dass jeder versucht einen Beitrag zu leisten und wir nicht den Kopf in den Sand stecken vor der großen Herausforderung, die vor uns liegt. Mit meiner Arbeit möchte ich jeden motivieren seine Ideen umzusetzen und stehe auch immer gern für einen Austausch zur Verfügung, wenn es die Zeit zulässt. Ich denke, nur wenn wir kooperativ zusammenarbeiten, kommen wir voran, die Zeiten von Alleingängen sind hoffentlich vorbei. 

Veggie Specials Schulgarten

Dein Tipp, um ein wenig mehr Natur in das eigene Leben zu lassen? 

Rausgehen in die Natur wäre schon mal ein guter Anfang. Aber ganz ehrlich, das soll jeder für sich herausfinden. Ich denke zumindest, unser Essen sollte so natürlich wie möglich sein, schließlich fluten wir damit täglich unsere Körper. Deswegen haben wir uns mit Veggie Specials auch entschieden, ausschließlich Bioprodukte zu vertreiben.   

Lieber Matthias, vielen Dank für das Interview.

Gerne.


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